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Long-Term-Release Linux 5.10: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Begonnen von michi, 21. Dezember 2020, 20:27:39

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ZitatLong-Term-Release Linux 5.10: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Der neue Kernel sichert virtuelle Umgebungen besser ab, rüstet sich mit Memory-Tagging auf ARM64 und bietet eine "sleepable"-Markierung für BPF-Programme.
Vorletzten Sonntag gab Linus Torvalds das letzte Release des Linux-Kernels für dieses Jahr frei. Der neue Kernel 5.10 erfährt Long Term Support (LTS) und erhält somit mindestens für die nächsten zwei Jahre noch Patches.

Aktuell gibt kernel.org als "End of Life" (EOL) Dezember 2022 an. In der Regel geht die Wartungsperiode für LTS-Kernel jedoch für bis zu fünf oder sechs Jahre in die Verlängerung – so wurde etwa der Supportzeitraum für die Ausgaben 4.19 und 5.4 im Sommer von zwei auf sechs Jahre ausgedehnt.

Erstes Point-Release verfügbar, zügiges Update ratsam

Linux 5.10 übertrifft in der Anzahl von Changesets seinen Vorgänger Linux 5.9, bleibt aber leicht hinter dem aktuellen Rekordhalter Linux 5.8 zurück. "Rekordverdächtig" (im Hinblick auf die Geschwindigkeit) ist allerdings das keine 24 Stunden nach dem Release von 5.10 nachgeschobene erste Point-Release. Linux 5.10.1 hatte Greg Kroah-Hartman wegen zwei Fehlern freigeben, die das Storage-System und damit eine kritische Komponente betrafen.

Der erste in 5.10.1 enthaltene Fix nimmt einen Reparaturversuch für den Device Mapper zurück: Hier war ursprünglich versucht worden, Probleme bei der Obergrenze des RAID DISCARD für RAID 1 und RAID 10 zu beheben. Welche Auswirkungen dieser misslungene Korrekturversuch hat, ist aktuell noch nicht dokumentiert. Der Commit zum Fix enthält lediglich den Kommentar: "It causes problems :(."

Der zweite Fix in 5.10.1 betrifft den MD (Multiple Devices)-Code: In 5.10 ohne den Fix kann es beim Mounten von RAID6-Setups zu erheblichen Problemen nebst Datenverlust kommen. Anwender von 5.10 sollten daher rasch auf 5.10.1 wechseln. Weitere Korrekturen oder Neuerungen umfasst 5.10.1 nicht.

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