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#1
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Void Linux / Antw:Kurzvorstellung von Void-...
Letzter Beitrag von gosia - 08. April 2026, 22:27:16
Hallo Roberto,
ja ist schon verblüffend oder besser gesagt interessant. Möglich gemacht wird dies vor allem mit dem Void-eigenen Werkzeug void-mklive mit dem sich relativ einfach (naja, fast) benutzerdefiniertes ISOs nach eigenen Wünschen erstellen kann. Was dabei raus kommt ist natürlich manchmal sehr speziell, sieht man auch an manchen Derivaten aus meiner Liste. Aber immerhin, so ist eben das bunte Linux-Leben  :D

viele Grüsse gosia

#2
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Neuigkeiten aus aller Welt / Alterskontrolle mit systemd
Letzter Beitrag von gosia - 08. April 2026, 22:06:51
In systemd-basierten System existiert schon länger eine JSON-Datei, die User- und Maschinenspezifische Daten enthält, z.B.
  •   Windows-Netzwerk-Anmeldedaten
  •   Informationen zu den für diesen Benutzer zu verwendenden Standard-IMAP- und SMTP-Servern
  •   Informationen zur Kindersicherung, die für diesen Benutzer gelten sollen
  •   Standardparameter für Sicherungsanwendungen und Ähnliche
diese Datei kann (und wird auch) mit dem Dienst systemd-userdbd verarbeitet und kann mit dem Kommando userdbctl ausgelesen werden.
Was als moderne Alternative zur Userverwaltung deklariert wurde weitet sich nun systemd-typisch immer weiter aus und soll nun auch als Betriebssystem-eigene Alterskontrolle benutzt werden. Dazu hat L. Poettering ein neues Feld in diese User-DB eingefügt, die auch das Geburtsdatum des Users abspeichert. Die Begründung dafür ist, dass in mehreren US-Bundesstaaten und anderen Ländern, z.B. Brasilien eine Betriebssystem-basierte Alterskontrolle ab 2027 zur gesetzlichen Pflicht wird. Auch in der EU gibt es in Form des Digital Services Act (DSA) derartige Ideen.
Karsten Stadermann schreibt zu dieser userdb in kalika.de sehr zutreffend:
damit wurde
Zitat"eine Infrastruktur geschaffen, die prinzipiell in der Lage ist, sensible personenbezogene Daten zu speichern und zu verarbeiten – darunter auch Altersinformationen."
Nun kann man lange darüber diskutieren ob solche Altersinfos technisch einwandfrei und verifizierbar überhaupt möglich sind - ich zweifle sehr daran - aber darum geht es nicht. Es geht doch vielmehr um die sich immer weiter ausbreitende Kontrollsucht und das Sammeln von persönlichen Daten und deren Verknüpfung und Auswertung, hin zum "gläsernen Bürger".
Wer sich tiefer mit der Problematik auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich den schon erwähnten Blog von Karsten Stadermann
https://www.kalika.de/posts/systemd-age-verification-linux-kontroverse-2026/ der sich noch intensiver damit befasst, als ich dies hier tun kann.

viele Grüsse gosia
#3
avatar_Roberto
Void Linux / Antw:Kurzvorstellung von Void-...
Letzter Beitrag von Roberto - 04. April 2026, 08:50:45
Ich nutze mittlerweile Void Linux als Haupt-Distribution, aber dass es so viele Derivate gibt, ist verblüffend  :)
#4
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Void Linux / Kurzvorstellung von Void-Deriv...
Letzter Beitrag von gosia - 28. März 2026, 21:39:14
Dass Void eine sehr gute Linux-Distri ist, damit renne ich hoffentlich offene Türen ein. Es zeigt sich aber auch darin, dass von dieser relativ kleinen Distri überraschend viele Derivate existieren. Deshalb habe ich mal versucht eine kleine Liste von diesen Derivaten zusammenzustellen. Dies für alle, die die eine oder andere Distri davon testen möchten.
Aber damit es klar ist, ich habe nur wenige davon kurz ausprobiert, komme auch nicht dazu, dies ausführlicher zu machen. Das überlasse ich anderen. Daher stammen die beschreibenden Texte auch nicht von mir, sondern sind den Beschreibungen der jeweiligen Distris entnommen.

  • AbeirOS ist eine Linux-Distribution mit einem KDE-Plasma-Desktop. Ihr Hauptmerkmal ist die Verwendung der C-Bibliothek ,,musl" (anstelle der von den meisten Linux-Distributionen verwendeten GNU-Bibliothek ,,glibc"), die als leichtgewichtige und effiziente Alternative zu glibc gilt, jedoch einige Kompatibilitätsprobleme mit sich bringt und sich eher für Container und eingebettete Systeme eignet.
  • AfagOS ein Schwesterprojekt von AgarimOS mit einem Vanilla-KDE-Plasma-Desktop.
  • AgarimOS ist in mehreren Desktop-Varianten erhältlich, darunter Cinnamon, GNOME, KDE Plasma, LXQt, MATE und Xfce, die alle in ihrem Standardzustand über eine begrenzte Anzahl von Anwendungen verfügen. Die Distribution enthält außerdem verschiedene Optimierungen, benutzerdefinierte Designs und eine interessante Auswahl an Software, darunter den Terminalemulator WezTerm, das Systeminformationsprogramm Neofetch, den Werbeblocker hBlock und das Download-Tool aria2.
      s.a. https://distrowatch.com/weekly.php?issue=20260216
  • BRGV-OS ist eine Rolling-Release-Distri mit einem angepassten GNOME-Desktop, der über eine Vielzahl von Design-Themen verfügt. Sie bietet sofortige Unterstützung für die Sprachen Englisch und Rumänisch. Das Projekt zielt darauf ab, Entwicklern, Forschern und Anwendern den Umstieg von Windows oder macOS auf Linux zu erleichtern, indem vertraute Arbeitsgewohnheiten und Arbeitsabläufe beibehalten werden.
  • d77void wurde entwickelt um die Fähigkeiten der Void-Tools wie void-mklive und void-packages zu demonstrieren. Ursprünglich als Void-Respin mit dem Fluxbox-Fenstermanager gestartet, hat sich das Projekt weiterentwickelt und bietet nun eine breite Palette an Fenstermanagern, Wayland-Compositors und Desktop-Umgebungen, darunter Awesome, bspwm, COSMIC, dwm, Fluxbox, herbstluftwm, Hyprland, i3wm, JWM, labwc, LeftWM, LXQt, Niri, Openbox, Qtile, River, Sway, Wayfire und Xfce. Die Distribution kann mit dem Textmodus-Installationsprogramm d77void-installer auf einer Festplatte installiert werden.
  • gabeeOSLinux ist für den allgemeinen Desktop-Einsatz konzipiert. Es bietet verschiedene Fenstermanager und Wayland-Compositoren, darunter Hyprland, i3, Openbox und Qtile. Neben dem Befehlszeilen-Paketmanager xbps bietet die Distribution auch das grafische Paketverwaltungsprogramm OctoXBPS
  • LangitKetujuh OS ist eine indonesische Desktop- und Multimedia-Linux-Distribution. Sie nutzt den KDE-Plasma-Desktop und ist in den Editionen ,,Home" und ,,Studio" erhältlich. Zu den wichtigsten Funktionen gehören die Verfügbarkeit von Builds, die mit glibc- oder musl-libc-C-Bibliotheken kompiliert wurden, das runit-Init-System, die Vulkan-API, der neueste LTS-Linux-Kernel, die Verwendung des zram-Blockgeräts im RAM sowie separate Builds für AMD- und Intel-Prozessoren. Die LangitKetujuh ,,Studio"-Edition bietet eine umfangreiche Auswahl an Anwendungen für digitale Illustration und Malerei, voll ausgestattete 2D/3D-Animation, Desktop-Publishing und Layout-Design, Fotografie und Bildverwaltung, nichtlineare Audio- und Videobearbeitung sowie CAD und technisches Zeichnen.
  • LazyLinux benutzt Xfce als bevorzugten Desktop und soll benutzerfreundlich und direkt nach der Installation einsatzbereit sein. Die Distribution enthält viele verbreitete Produktivitäts- und Multimedia-Anwendungen, wie den Brave-Browser, den E-Mail-Client Thunderbird, die Office-Suite LibreOffice, das Bildbearbeitungsprogramm GIMP, den Vektorgrafik-Editor Inkscape, den VLC Media Player und viele andere. LazyLinux bietet außerdem sofortige Unterstützung für Flatpak-Pakete.
  • Neko-Void ist eine Rolling-Release Distri die eine vorkonfigurierte MATE-Desktopumgebung mit ausgewählter Software bietet. Sie richtet sich an Nutzer, die die Stabilität und den Minimalismus von Void Linux mit modernen Desktop-Funktionen verbinden möchten. Die Distribution wird mit einem eigenen Systeminstallationsprogramm namens ,,Kasha Installer" ausgeliefert und ist in zwei verschiedenen Editionen erhältlich, die entweder den X.Org- oder den Xlibre-Display-Server verwenden.
  • Noid Linux ist eine minimalistische Linux-Distribution mit Xfce als bevorzugtem Desktop. Sie umfasst einen langfristig unterstützten Linux-Kernel, das Systeminstallationsprogramm Calamares, den Webbrowser Brave, Unterstützung für Flatpak-Pakete und einen benutzerdefinierten Begrüßungsbildschirm. Das Projekt stellt außerdem ein eigenes Repository für die XBPS-Pakete von Void mit zusätzlicher Software bereit.
    s.a. https://distrowatch.com/weekly.php?issue=20260216
  • T4n OS ist eine schlanke, schnelle und minimalistische Linux-Distribution mit einem Xfce-Desktop. Neben einigen Standardmerkmalen, die vom Upstream übernommen wurden, wie dem Rolling-Release-Modell, dem Paketmanager XBPS und dem Init-System runit, bietet das Projekt auch VUR (Void User Repository), ein Software-Repository-Konzept, das vom AUR (Arch User Repository) von Arch inspiriert ist.
#5
Bin ich mal gespannt was die draus machen.

Das entwickelt sich immer mehr zu einem geschlossenen System wie Microsoft oder Apple.
#6
KaOS? Ist das nicht diese Rolling-Release-Distri, die als Oberfläche KDE/Plasma bereitstellt, was vielen Windows-Umsteigern entgegenkommt? Aber benutzt die nicht schon lange systemd? Richtig, aber warum erwähne ich sie dann hier, wo wir uns doch um systemdfreie Distris kümmern? Nun, weil die Entwickler langsam merken, wie sehr ihr Bestreben nach Freiheit und Auswahl ("wanting freedom and choice in almost all cases")
https://kaosx.us/news/2026/systemd_kaos/
vom immer weiter sich ausbreitenden und unter seine Kontrolle bringen wollenden systemd untergraben und verhindert wird.
So hatte man sich z.B. dafür entschieden, das AUFS-Dateisystem zu benutzen, wel man es für einfach integrierbar und nützlich für das frühen laden von unfreien Treibern ansieht. Mit systemd ist dies jedoch nicht mehr möglich. Auch das "Herzstück" von KaOS, die Desktopumgebung KDE7Plasma ist inzwischen so eng mit systemd verflochten, dass Änderungen/Verbesserungen ohne systemd kaum noch möglich sind. So wurden z.B. Teile der Plasma-Sessions-Skripte (diese werden direkt im Hintergrund nach der Anmeldung ausgeführt), die nicht auf systemd angewiesen sind, herausgelöst und in die "Legacy-Abteilung" verschoben. Und jeder weiss, was einmal als "Legacy" klassifiziert ist, wird nur noch notdürftig gepflegt und fliegt früher oder später ganz raus. Da ist die Tatsache, dass der Plasma-Login-Manager nur noch mit systemd funktioniert fast nur einen Nebennote, da es noch andere Login-Manager gibt, aber wie lange noch? Da dies alles den Entwicklern von KaOS zu Recht nicht gefiel - schliesslich möchten sie sich die Freiheit erhalten, Software zu verwenden, die sie für gut und richtig halten, ohne darauf achten zu müssen, ob sie systemd benötigt oder nicht - wurde seit Mitte 2025 versucht als Service Manager und Init-System dinit zu benutzen. Dabei zeigte sich aber schnell, dass dies durch die enge Verflechtung von systemd mit Plasma nicht so einfach ist. Deshalb wurde sozusagen ein harter Schnitt gemacht und KDE/Plasma ganz entfernt und statt dessen ein auf niri (Tile-basierter Wayland-Compositor) und der Noctalia-Shell basiertes System benutzt. Systemd ist jetzt noch mit dabei, kann und wird aber jetzt leichter und wohl in nächster Zukunft durch dinit ersetzt werden. Das lässt hoffen, dass wir bald auch KaOS in die Sammlung von systemd-freien Distris aufnehmen können.

http://openos.at/pages/news/reports.php?criteria=tag&match=kaos
https://kaosx.us/news/2026/kaos02/
#7
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Devuan / nochmals Test von Vendefoul Wo...
Letzter Beitrag von gosia - 25. Januar 2026, 20:48:10
Wie versprochen noch ein kleiner Test zu Vendefoul Wolf, diesmal mit der Variante KDE/Plasma xlibre - openrc. Eigentlich wollte ich den Trinity Desktop XLIBRE testen, aber durch eine kleine Unachtsamkeit bin ich dann doch beim ISO für KDE/Plasma gelandet. Ist vielleicht nicht verkehrt, weil ich KDE/Plasma nie benutzt habe und deshalb vielleich eher Stolperfallen für Neulinge erkenne. Getestet habe ich das ganze in einer virtuellen Maschine (KVM/Qemu) und als Host diente MX-26 mit einem Kernel 6.18.4-1-liquorix-amd64, CPU Intel Core i5-6600. 8 GB RAM und Intel HD Graphics 530. Festplatte ist eine gewöhnliche HDD Seagate ST1000DM003-1ER162. Insgesamt alles andere als Rennpferd-Ausstattung, trotzdem kann ich vorrausschicken, dass Vendefoul Wolf schnell und flüssig lief.
Die ISO bootet mit einem schlichten mehrteiligen Bootmenu
* KDE starten
* Other Language
* KDE ins RAM, bzw failsafe
* zwei Memory-Test-Punkte
* und von FP booten.
Other Language ist etwas trügerisch, weil man dort in der Grub-Shell landet und die gewünschte Sprache (z.B. de_DE-UTF8) selbst eintippen muss. Also nix mit Cursorgesteuerter Sprachen-Auswahl a la "englisch", "deutsch", "polnisch" usw.
Macht nichts, einfach "Vendefoul => KDE" wählen. Zum Konfigurieren bietet das Installationsmenu noch genug Gelegenheit.
Nach dem booten landet man in einem aufgeräumten Plasma-Desktop, der in der Leiste fünf Menupunkte anbietet und links oben auf dem Desktop den Punkt "Install system". Diesmal wohl alles auf englisch. Interessant ist erstmal der Menupunkt "System settings", der eigentlich alles anbietet, was man überhaupt einstellen kann. Da wir aber gleich zur Sache kommen wollen, ist dort nur der Unterpunkt "Keyboard" wichtig, in dem man das Tastaturlayout von "spanisch" auf "deutsch" umstellen sollte. Dies mindestens für die spätere Festlegung von Passwörtern.
Der Installer Calamares begrüsst einen auch zuerst mit der Sprachauswahl, dort ebenfalls auf "Deutsch" umstellen. Der Rest dürfte selbsterklärend sein, Usernamen und Passwort eingeben (auch für root), Partitionierung usw. Alles nochmal kontrollieren, abnicken, zurücklehnen und zusehen, wie die Fortschrittsanzeige auf 100% wandert. Nicht ungeduldig werden, bei mir schien es mal bei 40% zu hängen (unklar warum), aber nach ca. 2 Minuten sprang es auf 50% und war dann auch sehr schnell fertg.
Neustart und der eigentliche Test kann beginnen. Wie gewohnt landet man beim Desktop Display Manager SDDM und kann sich einloggen und wird aufgefordert, die unweigerlich anstehenden Updates einzuspielen. Dies kann man in einem Fenster gut nachverfolgen, wieviel von jedem Paket schon runtergeladen wurde und was gerade installiert wird. Hübsch gemacht und sehr übersichtlich.
Danach sollte man sich um die Systemeinstellungen kümmern. Die Oberfläche ist zwar deutsch, aber locale sind nur teilweise deutsch. Also "Systemeinstellungen" -> "Region & Sprache" -> "deutsch", danach "Apply" und aus- und wieder einloggen nicht vergessen. Resultat "alles deutsch".
"Systemeinstellungen" ist überhaupt eine schier unerschöpfliche Fundgrube, unmöglich alles hier aufzulisten, deshalb nur die Gruppenbezeichnungen:
* Eingabe & Ausgabe
* angeschlossene Geräte
* Netzwerk
* Erscheinungsbild & Stil
* Anwendungen & Fenster
* Arbeitsbereich
* Sicherheit & Datenschutz
* Sprache & Zeit
* System
Eine ganze Menge, aber merkwürdigerweise gibt es dort keine Paket- bzw. Softwareverwaltung, die ich eigentlich auch dort vermutet habe. Die findet man im "Anwendungsstarter" -> "System", als Synaptic und Discover. Dieser Ort ist schon logisch, aber warum beides nicht in den "Systemeinstellungen" auftaucht erschliesst sich mir nicht. Aber gut, muss man sich dran gewöhnen. Zu Synaptic muss ich ja nichts sagen, aber mit Discover habe ich als als Nicht-KDE-User erhebliche Probleme. Das geht schon beim Start los, da erscheint im Discover-Fenster die Meldung "Anwendungen können nicht geladen werden. Bitte überprüfen Sie Ihre Internet-Verbindung". Mache ich gerne, aber ich kann problemlos im Internet surfen, also was soll es?
Deshalb meldet mir Discover in allen Kategorien nur, dass nicht gefunden werden kann. Nur "Erweiterungen für Anwendungen" und "Plasma Erweiterungen" bieten mir reichhaltig Stoff zum runterladen. Entweder bin ich zu dumm um Discover zu benutzen, oder es funktioniert nicht. Ich nehme jetzt mal das erstere an. Kann also nur sagen, dass man dort auch enstellt, ob man Snaps oder Flatpaks benutzen möchte.
Da wir bei der Software sind, was so alles geboten wird lässt sich unmöglich auflisten. Da aber in der Hauptsache Devuan-Repos benutzt werden dürfte für jeden Geschmack was dabei sein. Deshalb seien hier nur ein paar Brot-und-Butter-Pakete erwähnt und einige, die ich interessant fand:
Als Textverarbeitung Abiword 3.0.6, wer möchte kann auch LibreOffice installieren, Browser ist LibreWolf 146.0.1, Mailprogramm KMail 6.3.3 (klar, ich teste die Plasma-Variante von Vendefoul Wolf), im Zusammenhang damit KOrganizer. Texteditor Kate und/oder Pluma. Für Musik ist JuK (enthält einen Metadaten-Editor) zuständig, für Videos/Streams DragonPlayer, mal was anderes als der ewige VLC.
In der Abteilung Grafik war der Wolf sehr bescheiden, da tauchte nur der Bildbetrachter Gwenview auf. Hier muss man sich also aus Discover oder Synaptic bedienen und nachinstallieren wonach einem der Sinn steht. Aber der Vorrat dort ist ja fast unerschöpflich. In dem Zusammenhang sei das Screenshot-Programm Spectacle erwähnt, das wirklich keine Wünsche übrig lässt. Jeder Screenshot kann nachträglich noch mit Effekten, Pfeilen, Beschriftungen usw. bearbeitet und dann nach verschiedenen Orten (Imgur, NextCloud, Telegram), Geräten gesendet oder gespeichert werden, wahlweise mit Bluetooth, EMail oder per Drucker.

Mein Drucker EPSON ET-2710 wird erkannt, aber kein Treiber gefunden. Allerdings kenne ich das schon, er braucht den epson-inkjet-printer-escpr vom Epson Download Center. Das Paket von dort heruntergeladen, installiert und schon druckt mein Epson auch mit dem Vendefoul-Wolf.  Ähnliches mit dem Epson-Scanner, braucht die Treiber von der Epson-Homepage, dann kann man auch scannen. Muss man natürlich wissen, oder besser "Augen auf beim Druckerkauf".

= Trinity =
Dann habe ich noch die Trinity-Version kurz getestet. Nur kurz deshalb, weil man zwar die Umgebung auf deutsch umstellen konnte, aber viele Bezeichnungen spanisch oder englisch blieben. Wenn z.B. der Editor Geany im Menu als "Entorno de desarollo integrado" auftaucht und nur noch am vertrauten Icon erkennbar ist, dann mag ich nicht mehr. Ähnlich die Paketaktualisierung, hier fast poetisch "Actualizador de paquetes" genannt. Dort wird mir zwar auf deutsch mitgeteilt, dass X Aktualisierungen anliegen, aber wenn ich auf "aktualisieren" klicke, passiert ausser der Fehlermeldung "failed to obtain authentication" nichts. Lässt sich zwar auch hier mit anderen Werkzeugen wie apt oder Synaptic umgehen, ist aber trotzdem ärgerlich.

Mein Fazit: Wer ernsthaft am Vendefoul Wolf interessiert ist und ein wenig Ahnung hat und Zeit investiert, wird das sicher alles mehr oder weniger hinbiegen können. Aber für Ex-Windows-User ist zumindest Trinity wohl nichts. Die KDE/Plasma-Variante ist ganz nett und brauchbarer (s.o.), aber von Trinity rate ich (zumindest für Anfänger) dringend ab. Zumindest so lange, bis wenigstens ein Forum für den Wolf entsteht, bei dem man sich Rat holen kann.
Eigentlich schade, weil das Init-System (openRC oder runit), der geringe Leistungsverbrauch und die reichhaltige Software-Ausstattung durchaus für den Wolf sprechen. Auch das Trinity-Control-Center finde ich sehr gut. Dort kann man alles einstellen, was sich überhaupt einstellen lässt (oder auch anzeigen, z.B. RAM-Verbrauch) und trotzdem ist es sehr übersichtlich. Klar, lässt sich alles sonst auch über die Kommandozeile bzw. GUIs machen, aber soviel an einer Stelle ist schon sehr praktisch.
Schade, aber vielleicht sind die verschiedenen Unebenheiten beim nächsten Update schon mehr oder weniger beseitigt. Mal sehen.
#8
avatar_Daemon
Devuan / Antw:Vendefoul Wolf Linux im k...
Letzter Beitrag von Daemon - 28. Dezember 2025, 07:38:16
Ah achso.
Den anderen Beitrag habe ich übersehen.
Hier ist noch ein anderer Link zu denen ihrer Seite: https://vendefoul-wolf-linux.sourceforge.io/index_en.html
#9
avatar_gosia
Devuan / Antw:Vendefoul Wolf Linux im k...
Letzter Beitrag von gosia - 27. Dezember 2025, 11:15:08
Hallo Daemon,
Zitat von: Daemon am 27. Dezember 2025, 09:03:26Wie bist du denn auf die gekommen?
gute Frage, aber zu spät. Hier
https://systemdfree.de/index.php/topic,709.msg4499/topicseen.html#msg4499
hätte ich dir das noch konkreter beantworten können. Irgendwo im Internet einen Artikel gelesen, über die Distri. Devuan als Basis, leicht umschaltbar zwischen runit, openrc und sysvinit und dann noch vollmundige Versprechen über geringen Ressourcenverbrauch, Schnelligkeit, gute Hardware-Erkennung und geeignet für Windows-Flüchtlinge. Dem musste ich einfach nachgehen.

viele Grüsse gosia
#10
avatar_Daemon
Devuan / Antw:Vendefoul Wolf Linux im k...
Letzter Beitrag von Daemon - 27. Dezember 2025, 09:03:26
Wie bist du denn auf die gekommen?