Electronic Frontier Foundation The Linux Foundation Linux Kernel

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gremlin

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Zitat
Der Lizenzwechsel bei MongoDB zieht weitere Kreise. Die Frage ist, ob die Entfernung der NoSQL-Datenbank aus den Linux-Distributionen einkalkuliert war.

Der Lizenzwechsel bei MongoDB von der GNU APGLv3 zur neuen eigenentwickelten Server Side Public License (SSPL) hat zur Folge, dass unter dieser Lizenz stehende Fassungen der dokumentenorientierten NoSQL-Datenbank nicht in Linux-Distributionen wie Fedora, Debian oder Red Hat Enterprise Linux (RHEL) enthalten sein werden. Der Grund für die Entwicklung einer neuen Lizenz lag für die hinter der NoSQL-Datenbank MongoDB stehende Firma gleichen Namens darin, dass nach ihrer Ansicht einige Cloud-Anbieter den Open-Source-Code der Datenbank für gehostete kommerzielle Versionen ihrer Datenbanken verwenden, ohne dabei nach den Regeln der Open-Source-Community zu spielen.
In dem Zuge war explizit von "Missbrauch" die Rede. Die Lizenzierung unter der APGLv3 bedeutete, dass Unternehmen, die MongoDB als öffentlich zugänglichen Dienst betreiben wollten, ihre MongoDB-Implementierung öffnen oder eine kommerzielle Lizenz erwerben mussten. Stattdessen hätten einige Organisationen versucht, die Grenzen der Lizenz auszutesten.
Die MongoDB-Entwickler waren hier nicht die ersten, die auf diese Situation reagierten. Zuvor hatte bereits Redis Teile seiner Software neu lizenziert, im Dezember nahm auch Confluent, die Firma hinter Apache Kafka, Änderungen an der Lizenzierung vor dem Hintergrund vor. Die Firmen haben dabei jeweils Lizenzen geschaffen, die nach nach der Open Source Definition der angesehenen Open Source Initiative (OSI) nicht als Open Source gelten dürften.
https://www.heise.de/developer/meldung/Lizenzwechsel-MongoDB-fliegt-bei-Fedora-Debian-und-RHEL-raus-4277760.html

Linkback: https://systemdfree.de/anwendungen-und-software/5/lizenzwechsel-mongodb-fliegt-bei-fedora-debian-und-rhel-raus/437/

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gosia

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Hallo Gremlin,
ich gebe zu, die ganze Lizenzdiskussion ist zwar berechtigt und wichtig, aber doch mehr was für Jura-Studenten. Ich blicke bei den ganzen Feinheiten eh nicht durch, für mich gilt einfach "Hauptsache frei und offen".
Aber irgendwie ist es schon merkwürdig, daß sich sowas häuft, erst vor kurzem die ZFS-Sache und jetzt MongoDB. Wobei ich MongoDB nicht ganz verstehe. Weil Kunden versucht haben, die Grenzen der GPL "auszutesten" machen die sich jetzt ihre eigene Lizenz? Und deren Grenzen werden nicht "ausgetestet"? Ist mir zu hoch.
Aber ich habe zu den ganzen NoSQL-DB eh ein gespaltenes Verhältnis, habe versucht mich in manche einzuarbeiten, aber bis jetzt noch keine rechte Anwendung dafür gefunden. Vielleicht bin ich da schon zu sehr SQL-"verseucht" und hänge zu sehr an den Normalformen ("bis zur dritten sollte es schon gehen").
Erinnert mich auch zu sehr an die alten Zeiten, als man mit Turbo-Pascal und BTree-Baukasten (hiess wohl Turbo-Database) seine DB noch ganz ohne SQL selbst basteln musste, oder konnte. Obwohl, da war man ganz nahe dran, was auch nicht schlecht ist. Aber ich schweife ab...

viele Grüße gosia

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LuMI

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... die ganze Lizenzdiskussion ist zwar berechtigt und wichtig,
 Weil Kunden versucht haben, die Grenzen ...
Genau, damit:

"gender und genderinnen
politiker und politikerinen
ausbeuter und ausbouterinnen"

ihre dasein Berechtigung begründen können.

MfG  
Status: inaktiv

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gelbweste

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Hallo Gremlin,
ich gebe zu, die ganze Lizenzdiskussion ist zwar berechtigt und wichtig, aber doch mehr was für Jura-Studenten. Ich blicke bei den ganzen Feinheiten eh nicht durch, für mich gilt einfach "Hauptsache frei und offen".
Aber irgendwie ist es schon merkwürdig, daß sich sowas häuft, erst vor kurzem die ZFS-Sache und jetzt MongoDB. Wobei ich MongoDB nicht ganz verstehe. Weil Kunden versucht haben, die Grenzen der GPL "auszutesten" machen die sich jetzt ihre eigene Lizenz? Und deren Grenzen werden nicht "ausgetestet"? Ist mir zu hoch.
Aber ich habe zu den ganzen NoSQL-DB eh ein gespaltenes Verhältnis, habe versucht mich in manche einzuarbeiten, aber bis jetzt noch keine rechte Anwendung dafür gefunden. Vielleicht bin ich da schon zu sehr SQL-"verseucht" und hänge zu sehr an den Normalformen ("bis zur dritten sollte es schon gehen").
Erinnert mich auch zu sehr an die alten Zeiten, als man mit Turbo-Pascal und BTree-Baukasten (hiess wohl Turbo-Database) seine DB noch ganz ohne SQL selbst basteln musste, oder konnte. Obwohl, da war man ganz nahe dran, was auch nicht schlecht ist. Aber ich schweife ab...

viele Grüße gosia
Hallo gosia!

1. Blicken selbst gute Juristen kaum noch durch, bzw. werden sich oft nicht einig.
2. Das mit dem ZFS ist nur peinlich, diese Leute, die den fork schreiben, hatten von
Anfang an selbst die Wahl, welche Lizenz sie nehmen und haben Absichtlich keine
GPL-Kompatible genommen. Nun jammern sie, weil die Kernelhacker eine kleine
Funktion im Kernel beseitigen, die wir Linuxer nicht brauchen, diese steht übrigens
schon seit gut 10 Jahren auf deprecatet
3. Mit ausgetestet meinen die Schmarotzer, ab wann sie die GPL Software verändern
und absolut nichts zurück geben könnnen. Bei mongoDB (Peinlicher Name),
programmieren nun kommerzielle Firmen, die Millionen mit GPL Software verdienen
eigenes Zeug, das sie aber nicht offenlegen wollen. Da das natürlich gegen die GPL
verstößt, wird einfach die Lizenz geändert.

Je mehr Kommerz, umso mehr schmarotzen und nichts zurück geben.

Die Sauerei bei der Sache ist, das sie auch noch behaupten, das die GPL schuld sei.
Ohne GPL gäbe es kein freies Linux mehr, wie man an meinen Beispielen sieht.
Dann wird halt wieder alles cloused source, weil diese schleimigen Geldgeier
nur nehmen und nichts geben.

Fazit: Die wussten beide von Anfang an, was sie vorhaben. Ganz Hinterlistig ZFS.
     Das hätte die Firma SUN schon damals frei geben können, wollten sie aber
     nicht. Nun gehört es Oracle, die geben es erst recht nicht frei.
     Besonders verwunderlich, das selbst dieser Fork nicht frei gegeben wird, die
     beschweren sich nun, das Die Kernelhacker nicht ihre unfreie Lizenz in den
     Kernel lassen.

Dabei ist es ganz einfach, entweder ich mache was für die GPL oder nicht, fertig.

Viele Grüße, gelbweste
Freiheit fuer Linux!

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gremlin

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Hallo,

sehe ich auch so. Sollen die doch mal an M$, Apple, Google, Oracel usw. stellen.
Die würden sich zu Tode lachen, die haben doch fast in jeder ihrer opensource
Software auch cloused Source mit drin. Das stört komischer Weise Niemanden.
Und das die damit die reichsten Firmen der Welt werden (Mit eurer kostenlosen
Arbeit), stört scheinbar auch Niemanden.

gremlin